
März 2006 von Gabriele Metz
Mülheim bietet Reitern
Natur pur
Ausreit-Tipp: Rund um den Fliegerberg |


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Mülheim ist eine grüne Oase am Rande des
Ruhrgebiets. Zwischen der ehemaligen Kohlestadt Essen und der Modemetropole
Düsseldorf gelegen, zieht Mülheim an der Ruhr Menschen
an, die Natur lieben. Dass auch Reiter in der sympathischen Stadt
voll auf ihre Kosten kommen, ist längst bekannt. Kilometer weit
zieht sich ein abwechslungsreiches Reitwegenetz durch den Uhlenhorst
und den Auberg. Reiter Revue-Autorin Gabriele Metz hat sich in den
Sattel ihrer Scheckstute Del nueve Mescalita geschwungen und einige
Strecken für Sie getestet.
Wer von außerhalb kommt, reist mit dem Hänger an. Der
muss irgendwo geparkt werden, während sich Pferd und Reiter
circa zwei bis drei Stunden in Mülheims Wäldern amüsieren.
Um eine der schönsten Ausreitstrecken zu erreichen, parkt
man am besten an einem der beiden öffentlichen Parkplätze
an der Mühlenbergheide (siehe Karte). Diese Straße geht
direkt von der Kölner Straße (der alten Bi) ab und ist
vom Breitscheider Kreuz höchstens fünf Fahrminuten weit
entfernt. Auch an der Großenbaumer Straße gibt es noch
einen Parkplatz, den man ganz einfach erreicht, indem man der Mühlenbergheide
folgt, bis sie auf die Großenbaumerstraße trifft. Da
hält man sich rechts und erreicht schon den Parkplatz.
Ab in den Wald
Wir haben uns für den Parkplatz in Nähe der luxuriösen
Hofanlage „Gut Sachten horst“ entschieden und müssen
genau an dieser vorbei, um auf das Reitwegenetz zu treffen. Nach
einigen hundert Metern geht es rechts auf einen breiten sandigen
Reitweg ab (Im Sachtenhorst). Die Strecke führt erst etwas
bergab und dann wieder hinauf. Immer noch gerne erinnere ich mich
an meine erste Jagd, die vor gut 20 Jahren genau hierher ging.
Damals hieß „Gut Sachtenhorst“ noch „Böllerts
Höfe“ und die Jagden, die hier losgingen, waren aufgrund
des schönen Geländes besonders beliebt.
Während ich vor mich hinträume, hat meine Stute etwas
Aufregendes entdeckt. Wir überqueren den Wambach, ein kleines
Bächlein, das sich tapfer durch den ganzen Uhlenhorst zieht.
Nun nähern wir uns dem Holzenbergs Bruch, einem Wanderweg,
der an sonnenverwöhnten Wochenenden von vielen Spaziergängern
und anderen Erholungssuchenden bevölkert wird. An Wochentagen
sind Pferd und Reiter hier jedoch meistens für sich. Wir kreuzen
den Wanderweg und verschwinden wieder im Wald bis wir auf die Großenbaumer
Straße stoßen. Die ist Reitern nur allzu gut bekannt,
schließlich steht hier die Traumvilla der berühmten
Turnierreiterin Gabriela Grillo.
Ganz schön
steil
Nachdem wir die Großenbaumer Straße hinter uns gelassen
haben, heißt es Kondition beweisen. Der angelegte Reitweg,
der in puncto Bodenqualität schon einmal bessere Zeiten kannte,
gabelt sich und ich entscheide mich für Rechts. Nun geht es
mitten durch den Wald den Holzenberg hinauf und Mescalita kommt
als mäßig arbeitendes Freizeitpferd ganz schön
ins Schnaufen. Die Steigung bewältigt sie mit kraftvollen
Schritten, während wir uns parallel zum Wanderweg Broicher
Waldweg bewegen. Als Reit- und Wanderweg sich kreuzen, besteht
die Möglichkeit, links auf einen anderen Reitweg abzubiegen
und über den „Schoppenort“ zurück zum „Gut
Sachtenhorst“ zu reiten. Mit Frühschoppen hat das Ganze
weniger zu tun, vielmehr mit bergab reiten, was doch noch anstrengender
ist als Berge zu erklimmen. Wer diesen Rückweg wählt
und abhängig von den Bodenverhältnissen in allen drei
Gangarten reitet, ist circa eine Dreiviertel Stunde unterwegs.
Lust auf mehr?
Das reicht Ihnen nicht? Dann verlängern Sie die Runde eben
einfach auf zwei bis drei Stunden, indem Sie dem Broicher Waldweg
rechts folgen bis Sie zu einer weiteren Reitweg-Gabelung kommen.
Wenn Sie dort rechts reiten und dem Freundhofweg folgen, stoßen
Sie direkt auf den eingangs erwähnten Parkplatz an der Großenbaumer
Straße. Von dort aus folgen Sie dem Reitweg am Rottweg, der
an der Straße entlang führt. Zum Glück nicht lange,
denn schon nach circa einem halben Kilometer geht es wieder links
in den Wald hinein (Broicher Waldweg). Diesen kann man nun entweder
gerade durch reiten bis man wieder zur Anschlussstelle „Schoppenort“ kommt
oder man biegt rechts ab und reitet den so genannten Fliegerberg
hinunter. Steil ist‘s, aber für ein Gelände erfahrenes
Team sollte das kein Problem sein. Von oben hat man übrigens
einen herrlichen Ausblick über den Uhlenhorst. In westlicher
Richtung liegt Duisburg Bissingheim und die A3, die man abhängig
von Jahreszeit und Wetterlage mehr oder weniger deutlich hört.
Nicht so schön, aber wir reiten in der Grünzone des größten
Ballungsgebietes Deutschlands.
Unten angekommen halte ich mich links und folge dem Reitweg Tannenstraße,
der direkt an der Siedlung „Jakobsbrunnen“ vorbei führt.
Der Reitweg verläuft erst links der Straße, kreuzt sie
kurz vor Ende der Siedlung und führt dann rechts der Straße
etwas in den Wald hinein. Nachdem wir der A3 recht nahe gekommen
sind vollzieht der Reitweg eine scharfe Linkskurve und wir stoßen
wieder auf den Schoppenort. Von da aus geht es nach zwei gemütlichen
Stunden „im Busch“ zurück.
Immer noch nicht genug?
Meiner
Stute und mir reicht es für heute. Wenn Sie aber zu
den Reitern gehören, für die ein richtiger Ausritt erst
nach zwei Stunden beginnt, können Sie Ihre Uhlenhorst-Exkursion
auch noch in den Broich-Speldorfer Wald ausdehnen. Dort hin gelangen
Sie über den Brolcher Waldweg, von dem aus man nach der Überquerung
des Rottweges links auf einen mitten durch den Wald führenden
Reitweg abbiegt. Im flotten Trab geht es bis zum Vogelherdweg.
Wer ausschließlich auf Reitwegen reiten möchte und dabei
schöne Abwechslung sucht, sollte sich kurz vor dem Vogelherdweg
scharf links halten und die Broich-Speldorfer-Waldrunde parallel
zur Tannenstraße beschließen. Zwar geht es vom Vogelherdweg
auch über einen offiziellen Reitweg bis zum Ganghofer Weg
und in den Kirchenwald. Von da aus muss man aber entweder auf derselben
Strecke zurück reiten oder einen langen Reitweg-Zubringer
parallel zum Rottweg in Kauf nehmen, was weniger attraktiv ist.
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Qualität
der Reitwege
Der Mülheimer Uhlenhorst ist unbestritten ein wunderschönes Ausreitgelände.
Zumindest für Reiter, die Wälder lieben, gerne Wild aus allernächster
Nähe beobachten und die Einsamkeit einem quirligen Naherholungsgebiet vorziehen.
Der Zustand der Reitwege ist allerdings weit davon entfernt, durchgängig
ideal zu sein. Einige Abschnitte sind recht gepflegt und laden zum Galopp ein,
an anderer Stelle denkt man vielleicht sogar eher über Absteigen und Führen
des Pferdes nach. Matschige, tiefe Stellen, nach oben dringender Schotter oder
zuwenig Sand können dem Pferd schon die Laune verderben. Doch all das macht
letztendlich die Schönheit der Natur wett und beschweren können wir
Mülheimer uns nicht wirklich, wenn man über die Ausreitmöglichkelten
in anderen Städten nachdenkt. Schließlich gibt es hier nicht nur den
idyllischen Uhlenhorst, sondern auch noch den Auberg, der mit einem kilometerlangen
Reitwegenetz zu entspannten Ausritten einlädt. Allerdings geht es im Auberg
weitaus turbulenter als im Uhlenhorst zu: Die zahlreich vertretenen Reitställe
sorgen für ein verhältnismäßig hohes Reiteraufkommen. Hundehalter,
Drachenflieger, Spaziergänger und andere Freizeitsuchende sind auch an Wochentagen
auf dem Militär-Übungsgelände unterwegs. Dennoch gibt es auch
hier interessante Strecken, die durchaus einen Ausflug lohnen.
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