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PRESSEBERICHTE
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April 2006 von Caroline Huppertz
Reitanlage Hofgut Sachtenhorst
Durchdachte Details









Ein großes Tor verschließt zunächst die Zufahrt und lässt nur erahnen, was sich dahinter verbirgt. Den Code kennen nur die, die auch wirklich etwas auf dem Hof zu suchen haben. Trotzdem sind Besucher natürlich willkommen und so öffnete sich auch für Reiter Revue-Redakteurin Caroline Huppertz die Mülheimer Reitanlage des Tierärzte-Ehepaares Dr. Reiner Hausmann und Dr. Ursula Mock, die mit dem dritten Platz im Stallwettbewerb ausgezeichnet wurden.

Dass man als Tierarzt den Pferden zugetan ist, verwundert nicht. Dass man sich dann aber eine eigene Reitanlage baut, schon eher. „Mein Mann hatte den sehr baufälligen Hof mit 20 Hektar Land geerbt“, erklärt Dr. Ursula Mock „und wir mussten uns eine Nutzung überlegen.“ Ein rein landwirtschaftlicher Betrieb schied aus, da das Areal direkt am Mülheimer Naherholungsgebiet liegt.
Was lag näher für das pferdebegeisterte Ehepaar — er züchtet, sie reitet — als sich eine eigene Reitanlage zu planen. Doch vom Traum zur Wirklichkeit war es ein langer Weg. Schon 1990 wurden die ersten Bauanträge gestellt. Wichtig war dem Ehepaar, dass die Pferde so sicher und artgerecht wie möglich gehalten werden können. Aber auch der Pferdebesitzer sollte sich in der Umgebung wohl fühlen. Aus diesen Ideen entstand ein kleines Juwel, in dem Turnier- aber auch anspruchsvolle Freizeitreiter zu Hause sind.
Das gesamte Areal ist eingezäunt und kann nur durch ein großes Tor an der Straße betreten werden. „Dadurch haben wir die Gewissheit, dass kein Pferd auf die Straße laufen kann, wenn es von der Weide oder sonst wo ausbrechen würde“, erklärt die Tierärztin. Und Spaziergänger, die ja gerne mal ein ungesundes Leckerchen dabei haben, können auch nicht einfach zu den Pferden gelangen. Die 40 Boxen sind auf zwei Stallungen verteilt. Mit den Maßen vier mal vier Meter war man schon in der Planungsphase seiner Zeit voraus. An jede Box angeschlossen ist ein 32 Quadratmeter großer Paddock, der den Pferden tagsüber zur Verfügung steht. Auf
Wunsch können auch mehrere Paddocks zusammengelegt werden. Außerdem kommen alle Pferde während der Saison in Zweiergruppen auf die Weide, im Winter wird der Springplatz als Auslaufmöglichkeit genutzt. Jede Stallung hat einen eigenen Waschplatz mit Warmwasser, dazu gibt es ein Solarium Die Stallgasse ist breit und hell. Jeder Pferdebesitzer hat direkt neben der Box einen Sattelschrank für sein Equipement. Der Schrank ragt nach innen in die Box hinein, jedoch ohne scharfe Kanten. In der unteren Hälfte des Schranks befindet sich der Misteinwurf.

Praktisches Detail: Die Winterdecken können hinter dem Solarium zum Trocknen aufgehängt werden. Damit die Anlage sozusagen aus einem Guss stammt, baute die Hallenbaufirma Römmelt die Reithalle und die Stallungen, für den Innenausbau war das Ehepaar selbst verantwortlich.

„Vor ein großes logistisches Problem stellte uns die Mistentsorgung“, erinnert sich Dr. Mock. „Wir wollten täglich misten, fanden es aber unpraktisch, immer mit der Mistkarre in die großen Boxen zu fahren und so entstand die Idee der automatischen Mistentsorgung.“ Aufklappbare Luken, wie man sie ab und zu findet, waren den Tierärzten zu verletzungsträchtig. So kam man auf eine ungewöhnliche, doch praktische Lösung: In eine Boxenecke wurde ein Schrank integriert. Von vorne steht er dem Pferdebesitzer als Sattelschrank zur Verfügung, in der Box ist er durch eine große Tür die Einwurfmöglichkeit für den Mist, der in einen aus Beton gegossenen Kanal landet. Ein Kettenlaufband transportiert im Endlossystem den Mist aus dem Stall. Nach dem Misten wird die Tür mit einem Schnappverschluss geschlossen. Der Mist wird von dem Kettensystem in einen umgebauten Metallcontainer gebracht, der nach Ende der Stallreinigung zu einem weiter entfernten Dungplatz transportiert und abgekippt wird. So wird vor allem im Sommer die Fliegenbelastung enorm reduziert.
Damit das Sattelzeug im Winter durch die Feuchtigkeit nicht schimmelt, ist außerdem ein kleiner Heizkörper in jedem Schrank vorgesehen. „Ein willkommener Nebeneffekt der Schränke ist die Sichttrennung der Pferde bei der Kraftfutteraufnahme“, so Dr. Mock. Ruhiges und ungestörtes Fressen senkt das Aggressionsverhalten erheblich.“ Für Helligkeit im Stall sorgen breite Lichtbänder im Dachfirst, für frische Luft die Traufen-First Entlüftung. Zum Rundum Wohlfühl-Service des Tierärzte-Ehepaars gehört der Weideservice und die Möglichkeit, zwischen bestimmten Futtersorten zu wählen. Auch die Einstreu ist individuell bestimmbar.

Für weitere Informationen:
Füllen Sie unser Kontaktformular aus oder
rufen Sie uns an: +49 (0)208 4668956 oder +49 (0202) 660777 oder
schreiben Sie uns: HofSachtenhorst@aol.com