Rheinlands Reiter-Pferde
Juli 2008
www.reiter-pferde.de
Rundumsorglos Paket
für Pferd und Reiter
Auf Hofgut Sachtenhorst
wird man den Wünschen
von Vier- und Zweibeinern
gerecht
Fotos: PEMAG
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Luft,
Licht und Bewegung - diesen Grundbedürfnissen der Pferde
wird man auf Hofgut Sachtenhorst in Mülheim problemlos gerecht
Mit durchdachten Details erfüllt die Reitanlage von Dr.
Ursula Mock und Dr. Rainer Hausmann, ihres Zeichens beide
Veterinärmediziner, außerdem noch viele andere Wünsche
von Zwei- und Vierbeinern -bis hin zur Reduzierung der Fliegenbelastung. |
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Offiziell fängt das Naherholungsgebiet erst
hinter der Reitanlage von Dr. Ursula Mock und Dr. Rainer Hausmann
an - doch bei Betreten des Hofes könnte man meinen, man sei
schon mittendrin. Und das nicht nur aus Reiter-, sondern auch aus
Pferdesicht. Frische Luft, viel Licht, ausreichend Bewegungsmöglichkeiten
und gutes Futter - das ist es, was Pferde brauchen. Als Tierärzte,
die beruflich häufig mit den Folgen falscher Haltung zu kämpfen
haben, waren diese Punkte den Hofinhabern vor dem Neubau des Stalles
mehr als bewusst.
Außerdem standen der Sicherheitsaspekt
und ein möglichst minimales Verletzungsrisiko von Anfang an
im Fokus der Bauplanung. „Wir müssen regelmäßig
Verletzungen behandeln, die zum Beispiel durch nicht pferdegerecht
gebaute Zäune entstehen. Mit diesem Erfahrungshintergrund
haben wir über alles mindestens dreimal nachgedacht, um möglichst
viele Gefahren und Risiken von vorneherein auszuschalten",
erklärt die Hausherrin. Ein Konzept, das aufgegangen ist: „Wir
haben den Stall 2001/2002 gebaut und seither keine baubedingten Unfälle
oder Verletzungen gehabt." |
| Auf Hofgut
Sachtenhorst fühlen sich die Pferde wohl |
Artgerechte Haltung für Turnier- und Freizeitpferde
Als die beiden Tierärzte vor sieben Jahren anfingen, auf dem
geerbten, aber sehr baufälligen Hof mit 20 Hektar Land eine
neue Reitanlage zu bauen, waren sie ihrer Zeit weit voraus. Boxenmaße
von vier mal vier Metern waren damals alles andere als Standard und: „Paddocks
vor den Boxen gab es zu der Zeit noch sehr selten", erinnert
sich Ursula Mock noch gut. 32 Quadratmeter groß sind die Paddocks
vor den 40 Boxen, die sich auf Gut Sachtenhorst auf zwei Ställe
verteilen. Die Breite der Stallgasse ist mit vier Metern so gewählt,
dass problemlos zwei Pferde aneinander vorbeigeführt und alles
einfach gereinigt werden kann. Die Paddocks garantieren den Vierbeinern
nicht nur frische Luft und Licht, sondern auch Sozialkontakte. Sie
grenzen direkt aneinander an und durch die vollständig wegklappbaren
Paddockgatter wird nicht nur die Reinigung zum Kinderspiel, sondern
es lassen sich auch mehrere Paddocks problemlos zu einem großen,
gemeinsamen zusammenlegen. „Die Wahl der Bodenbeschaffenheit
für die Paddocks ist uns zunächst nicht leicht gefallen",
erzählt die Tierärztin. „Doch letztlich ist Pflasterboden
das einzige, was auf Dauer stabil und sauber ist." Um neue Pferde,
die barhuf gehen, an den harten Boden zu gewöhnen, werden diese
zunächst nur stundenweise in den Paddock gelassen - bevor die
Vierbeiner dann, wie alle anderen Pferde auch, ganztägig zwischen
Box und Paddock wählen können. Hinzu bekommen die vierbeinigen
Bewohner von Hofgut Sachtenhorst noch täglichen Auslauf: Von
Mai bis Oktober geht es in Zweiergruppen auf die Weide - „ganztägig
oder stundenweise, ganz wie die Besitzer es wünschen.".
Im Winterhalbjahr erfolgt der tägliche freie Auslauf auf einem
Platz mit wetterresistentem, Naturgewachsenem Sandboden - und zwar
in denselben Zweiergruppen wie im Sommer. Die Weiden sind übrigens
nicht nur stabil eingezäunt, sondern mit Strom noch zusätzlich
gesichert: „Da können wir problemlos auch Hengste rausstellen."
Gute Luft wenig Insekten
Um ein gutes Klima im Stall bemühen sich die meisten Ställe,
doch die wenigsten erreichen es in dem Maße wie auf Gut Sachtenhorst.
Für gute Luft sorgen hier nicht nur die Trauf-First-Lüftung
und Dachklappen, die zusätzlich auch noch von oben Licht in
den Stall lassen, sondern vor allem das eigens entwickelte Entmistungssystem.
In jeder Box befindet sich in der vorderen Ecke ein kleiner Schrank.
Dabei stand auch hier der Gedanke „sicher ist sicher" im
Vordergrund: „Alle Ecken sind hier rund!" In die Schranktür
auf der Boxeninnenseite wird der Mist entsorgt, der in einem aus
Beton gegossenen Kanal landet und über ein Kettenlaufband aus
dem Stall in einen Container transportiert wird. Von dort wird der
Mist nach der Stallreinigung dann zum etwas entfernt liegenden Misthaufen
gefahren. „So können wir die Boxen ohne großen Aufwand
jeden Tag besenrein misten", erklärt die Hofeigentümerin.
Und das sorgt nicht nur für gute Luft und einen Pferdestall,
der kaum nach Pferdestall riecht, sondern auch dafür, dass es
kaum Fliegen und andere lästige Insekten in den Sachtenhorster
Stallungen gibt. „Mit der Entmistungsanlage haben wir die Arbeit
so effizient wie möglich gestaltet und werden den hohen Ansprüchen
der Pferde und Pferdehalter gerecht. Diese Investition würden
wir sofort wieder machen, wenn wir heute noch mal bauen würden.
Zumal die Anlage sich als extrem störungsunanfällig erwiesen
hat." Durch das tägliche Misten wird nicht nur ein optimales
Stallklima gewährleistet, sondern auch die Hufgesundheit gefördert.
Auch der „leere" Raum oberhalb des Misteinwurfs wurde
sinnvoll genutzt: Zur Stallgassenseite hin wurden hier Sattelschränke
eingebaut. So hängen Sattel, Trense, Putzzeug und Co. dort,
wo sie auch gebraucht werden: Direkt beim Pferd, an der Box. Ein
praktischer Nebeneffekt ist außerdem, dass die Futterplätze
der Pferde durch die Schränke sichtgetrennt sind. „Das
sorgt für Ruhe und Ungestörtheit bei der Kraftfutteraufnahme,
wodurch das Aggressionsverhalten zum Beispiel bei futterneidischen
Pferden stark abnimmt." Hinsichtlich der Einstreu der Boxen
können die Pferdebesitzer zwischen Stroh und Spänen wählen.
Damit auch beim Fegen nur minimal Staub aufgewirbelt wird, wird der
Besen im Stall Sachtenhorst nicht mit der Hand geschwungen, sondern
es kommt eine elektrische Kehrsaugmaschine zum Einsatz. „Das
reduziert die Staubentwicklung um 70 Prozent und bringt zudem noch
Spaß", lacht Ursula Mock.
Individuelle Fütterung und Betreuung
Dreimal täglich bekommen die Vierbeiner auf Hofgut Sachtenhorst Kraftfutter,
jeweils eine Stunde nach der Raufuttergabe. Gefüttert wird ebenfalls nach
Maßgabe der Besitzer: Man kann wählen zwischen Hafer, Pellets, Müsli
und anderen Produkten, auch ein Füttern aller Produkte im Wechsel ist möglich.
Die Futterrationen werden individuell an jedes Pferd angepasst, je nach Belastungssituation
des Vierbeiners. „In der Regel gibt es sechs bis acht Kilogramm Heu und
fünf Kilogramm Kraftfutter pro Tag." Auch
die Verabreichung von Medikamenten
gehört zum Rundum Service, ebenso wie das Rausbringen und Reinholen der
Pferde auf die Weide oder den Platz an sieben Tagen in der Woche. |
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Auf
Wunsch
werden sogar Decken abgenommen und Gamaschen angelegt. „Am Anfang benötigen
wir immer eine kleine Kennenlernphase mit neuen Einstellern. Der
eine möchte
sein Pferd bei jedem Wetter draußen haben, andere nur, wenn es nicht regnet.
Was derjenige dann aber genau unter Regen versteht - ob nur ein paar Tropfen
oder sintflutartige Güsse - muss man erstmal raus finden. Das geht aber
innerhalb kurzer Zeit." Auch
ein Hängerstellplatz gehört zum All-Inclusive-Paket.
Frei wählbar - also auf Wunsch zusätzlich buchbar - ist lediglich die
Nutzung der überdachten Führranlage mit Hol- und Bringdienst. |
| Sogar die Führanlage auf gut Sachtenhorst
ist luftig gebaut |
Klar strukturiert
Um nicht nur ein gutes Klima in Sachen Luft zu haben, sondern auch
innerhalb der Stallgemeinschaft ein solches zu schaffen, haben
Dr. Ursula Mock und Dr. Rainer Hausmann sich entschieden, klare
Regeln aufzustellen. Dazu gehört die Stallruhe in der Zeit
von 22.00 Uhr abends bis sieben Uhr morgens und die Tatsache,
dass Hunde auf Hofgut Sachtenhorst
ausschließlich an der Leine laufen dürfen. Ansonsten genießen
die Einsteller allerdings große Freiheiten: Jeder darf seinen eigenen Trainer
mitbringen und natürlich Tierarzt und Hufschmied frei wählen. „In
Notfällen stehen wir natürlich auch als Veterinärmediziner zur
Verfügung, aber grundsätzlich wollen wir unsere tierärztlichen
Tätigkeiten vom Reitbetrieb trennen", so die Tierärztin, die mit
ihrem Mann den Hof quasi „nebenberuflich" führt. Bei der Versorgung
der Pferde werden die beiden von zwei Vollzeitmitarbeitern unterstützt.
Das gesamte Areal von Hofgut Sachtenhorst ist umzäunt, ein großes
Tor schützt den Hof vor dem Zutritt Fremder. „So ist gewährleistet,
dass ein Pferd, wenn es sich zum Beispiel losreißt, nicht weglaufen kann",
erklärt Ursula Mock. „Außerdem kommen keine Spaziergänger
an die Weiden, die den Pferden ungesunde Leckerchen zustecken."
Der Weg zu den Weiden kann auch als Geländestrecke genutzt werden und führt
einmal um den Hof herum. Wer größere Runden drehen will, findet direkt
an der Anlage beginnend rund 60 Kilometer Reitwege vor. Außerdem stehen
eine helle und luftige 20 x 60 Meter Reithalle, ein ebenso großer Reitplatz
und ein Longierzirkel zur Verfügung - alle Böden werden täglich
für die Vierbeiner und ihre Reiter aufbereitet. Die Einsteller kommen über
eine Nummerkennung, die auch vom Pferd aus (ohne absteigen) problemlos einzugeben
ist, durch das massive Tor auf die Anlage. |
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Bewährtes
Konzept
„ Die Entwicklung in Sachen Stallbau und Pferdehaltung ist rasant. Heute
gehören große Boxen mit Paddocks davor schon fast zum Standard",
weiß Ursula Mock. Mehr und mehr ist mittlerweile die Gruppenauslauf- bzw.
Laufstallhaltung im Gespräch. Trotzdem kommt diese Form der Pferdehaltung
für die Betreiber von Hofgut Sachtenhorst nicht in Frage: „Wir möchten
auch die Turnierreiter ansprechen. Das heißt, wir möchten die Pferde
artgerecht halten, ihren Bedürfnissen nachkommen, aber trotzdem auch ihre
volle Turnier- und Leistungsfähigkeit erhalten. Daher bleiben wir bei unserer
bewährten Haltungsform." Sowohl Dressur-, als auch Western- und Freizeitreiter
wissen ihre Vierbeiner auf Gut Sachtenhorst gut untergebracht und auch „Rentnerpferde" fühlen
sich hier wohl. „Es ist ein Konzept für jedes Pferd, wenn auch nicht
für jeden Geldbeutel", räumt Dr. Ursula Mock ein. 565 Euro pro
Monat kostet das Rundumsorglos-Paket für Pferd und Reiter. |
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