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April 2006, Text und Fotos: Mark Alexander Heppner
SCHUBKARRE ADE!






Bei Ihnen stehen über 20 Pferde im Stall? Dann könnte der Einbau einer professionellen Entmistungsanlage eine gute Idee sein. Mit einer solchen Einrichtung sparen Sie Zeit und Geld. Kostenpunkt:mindestens 30.000 Euro eine Investition, die sich durchaus lohnt.

Stellen Sie sich einmal vor: Nie wieder schwere Schubkarren mit nassem Stroh und Pferdeäpfeln auf den sowieso schon so hohen Misthaufen schieben. „So ein Mist!“, flucht Nadine, „Wieder ist die Hälfte runter gefallen. Und das auch noch bei diesem Regen.“ Das Wetter ist schon eine ganze Zeit schlecht, alles ist nass in dem kleinen Freizeitreiterstall in dem die gelernte Pferdewirtin arbeitet. Trotzdem wird sie hinterher die Stroh und Heureste zusammenkehren, damit der Hof ordentlich aussieht. Ganz anders die Situation auf dem benachbartem neu gebauten Stall. Denn hier sieht man keine Heu- und Strohreste, kein Pferdeapfel liegt herum, denn die Besitzer haben vor dem Bau der Stallanlage an den Einbau einer Entmistungsanlage gedacht.

Funktionsweisen
Es gibt unterschiedliche Arten von Entmistungsanlagen. Die gebräuchlichsten Anlagen für Pferdeställe, sind so genannte Kettenentmistungen. Darüber hinaus gibt es auch noch Saugrohranlagen. Schieberanlagen kommen in der Regel für Pferdeställe nicht in Betracht. Sie sind eher etwas für Großbetriebe in der Rinder- oder Schweinehaltung. Die beliebteste Form ist die Kettenentmistung mit Stapelrampe. Die Kanalführung läuft unter den Boxen. Der Kanal wird durch Einwurföffnungen in den Boxen mit Mist gefüllt. Dann fördern stabile Mitnehmer den Mist Portionsweise durch den Kanal über die Hochförderrampe auf die Dunglege, in den Container oder auf den Wagen. Die Länge der Hochförderrampe wird den baulichen Gegebenheiten angepasst. An der Rampe befindet sich meistens auch der Motor. Er ist so leicht zugänglich und kann ohne größeren Aufwand gewartet werden. Die Endloskette mit Mitnehmern muss natürlich geschmiert werden. Einige Hersteller bieten hier eine automatische Kettenschmierung an. Saugrohr Entmistungsanlagen funktionieren nach dem Staubsaugerprinzip. Durch Unterdruck wird die Mistmasse eingesaugt und durch einen Zerkleinerer auf die Mistlagerplatte geblasen. Dazu gibt es eine Saugrohröffnung direkt in jeder Box. Der Mist wird vor diese Öffnung geschaufelt und eingesaugt. Die Anlage kommt ohne aufwändige Kanäle aus und ist für den nachträglichen Einbau gut geeignet. Außerdem ist sie sowohl für Lang- als auch Kurzstroh gleichermaßen geeignet. Da der Mist vermischt und zerkleinert wird, kann er sich schneller zersetzen. Das bringt Platz auf der Mistplatte.

Praxis
In der von uns besuchten Anlage wurde schon beim Bau eine Kettenentmistungsanlage mit vorgesehen. Die Stallgasse befindet sich in der Mitte, gegenüberliegend jeweils die Boxen. Der Kanal ist im vorderen Bereich der Box mit massiven Betonplatten abgedeckt. Die Einwurföffnungbildet in Form eines Schrankes einen Teil der Boxenabgrenzung. Von der anderen Seite dient dieser Schrank als Spind für die Reitutensilien der Einstaller.
„ Damit die Anlage immer gut funktioniert, muss die Kette von Zeit zu Zeit nachgespannt werden“, so Dr. med. vet. Ursula Mock, Betreiberin eines Reitstalles in Mülheim an der Ruhr. „Das sind im Wesentlichen alle Wartungsarbeiten, die anfallen. Es kommt zwar sehr selten vor, aber manchmal verstopft der Kanal.“ Das ist aber nicht schlimm, moderne Anlagen sind in der Rege! mit einem Überlastungsschutz versehen und schalten sich dann von selbst ab. Mit ein paar Handgriffen ist der Stau schnell beseitigt und es kann weitergehen. „Besser als mit der Schubkarre zu fahren“, meint Dr. Mock. „ Außerdem sparen wir jede Menge Zeit. Für eine konventionell gemistete Box braucht man ungefähr 20 Minuten, wir brauchen Dank der Anlage nur fünf Minuten. Und trotzdem ist alles ordentlich. Außerdem arbeitet man nur in einer Ebene; das macht die Arbeit leichter und schneller.“ Die Anlage wird bei Beginn der Mistarbeiten eingeschaltet und läuft während des Mistens durch. Dabei wird der Mist in diesem Fall in Container befördert. Diese werden dann in die vom Stallgebäude weit entfernt gelegene Dunglege gefahren und geleert. So hält man das Fliegenproblem im Griff. Der nachträgliche Einbau einer Kettenentmistungsanlage ist oft mit großem Aufwand verbunden. Außerdem ist bei Betrieb einer solchen Anlage darauf zu achten dass kein Langstroh als Einstreu verwendet wird, ansonsten verstopft die Anlage.

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