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Bei
Ihnen stehen über 20 Pferde im Stall? Dann
könnte der Einbau einer professionellen Entmistungsanlage eine
gute Idee sein. Mit einer solchen Einrichtung sparen Sie Zeit und
Geld. Kostenpunkt:mindestens 30.000 Euro eine Investition, die sich
durchaus lohnt.
Stellen Sie sich einmal vor: Nie wieder schwere Schubkarren
mit nassem Stroh und Pferdeäpfeln auf den sowieso schon
so hohen Misthaufen schieben. „So ein Mist!“, flucht
Nadine, „Wieder ist die Hälfte runter gefallen. Und
das auch noch bei diesem Regen.“ Das Wetter ist schon eine
ganze Zeit schlecht, alles ist nass in dem kleinen Freizeitreiterstall
in dem die gelernte Pferdewirtin arbeitet. Trotzdem wird sie
hinterher die Stroh und Heureste zusammenkehren, damit der Hof
ordentlich aussieht. Ganz anders die Situation auf dem benachbartem
neu gebauten Stall. Denn hier sieht man keine Heu- und Strohreste,
kein Pferdeapfel liegt herum, denn die Besitzer haben vor dem
Bau der Stallanlage an den Einbau einer Entmistungsanlage gedacht.
Funktionsweisen
Es gibt unterschiedliche Arten von Entmistungsanlagen. Die gebräuchlichsten
Anlagen für Pferdeställe, sind so genannte Kettenentmistungen.
Darüber hinaus gibt es auch noch Saugrohranlagen. Schieberanlagen
kommen in der Regel für Pferdeställe nicht in Betracht.
Sie sind eher etwas für Großbetriebe in der Rinder-
oder Schweinehaltung. Die beliebteste Form ist die Kettenentmistung
mit Stapelrampe. Die Kanalführung läuft unter den Boxen.
Der Kanal wird durch Einwurföffnungen in den Boxen mit Mist
gefüllt. Dann fördern stabile Mitnehmer den Mist Portionsweise
durch den Kanal über die Hochförderrampe auf die Dunglege,
in den Container oder auf den Wagen. Die Länge der Hochförderrampe
wird den baulichen Gegebenheiten angepasst. An der Rampe befindet
sich meistens auch der Motor. Er ist so leicht zugänglich
und kann ohne größeren Aufwand gewartet werden. Die
Endloskette mit Mitnehmern muss natürlich geschmiert werden.
Einige Hersteller bieten hier eine automatische Kettenschmierung
an. Saugrohr Entmistungsanlagen funktionieren nach dem Staubsaugerprinzip.
Durch Unterdruck wird die Mistmasse eingesaugt und durch einen
Zerkleinerer auf die Mistlagerplatte geblasen. Dazu gibt es eine
Saugrohröffnung direkt in jeder Box. Der Mist wird vor diese Öffnung
geschaufelt und eingesaugt. Die Anlage kommt ohne aufwändige
Kanäle aus und ist für den nachträglichen Einbau
gut geeignet. Außerdem ist sie sowohl für Lang- als
auch Kurzstroh gleichermaßen geeignet. Da der Mist vermischt
und zerkleinert wird, kann er sich schneller zersetzen. Das bringt
Platz auf der Mistplatte.
Praxis
In der von uns besuchten Anlage wurde schon beim Bau eine Kettenentmistungsanlage
mit vorgesehen. Die Stallgasse befindet sich in der Mitte, gegenüberliegend
jeweils die Boxen. Der Kanal ist im vorderen Bereich der Box
mit massiven Betonplatten abgedeckt. Die Einwurföffnungbildet
in Form eines Schrankes einen Teil der Boxenabgrenzung. Von der
anderen Seite dient dieser Schrank als Spind für
die Reitutensilien der Einstaller.
„
Damit die Anlage immer gut funktioniert, muss die Kette von Zeit
zu Zeit nachgespannt werden“, so Dr. med. vet. Ursula Mock,
Betreiberin eines Reitstalles in Mülheim an der Ruhr. „Das
sind im Wesentlichen alle Wartungsarbeiten, die anfallen. Es
kommt zwar sehr selten vor, aber manchmal verstopft der Kanal.“ Das
ist aber nicht schlimm, moderne Anlagen sind in der Rege! mit
einem Überlastungsschutz versehen und schalten sich dann
von selbst ab. Mit ein paar Handgriffen ist der Stau schnell
beseitigt und es kann weitergehen. „Besser als mit der
Schubkarre zu fahren“, meint Dr. Mock. „ Außerdem
sparen wir jede Menge Zeit. Für eine konventionell gemistete
Box braucht man ungefähr 20 Minuten, wir brauchen Dank der
Anlage nur fünf Minuten. Und trotzdem ist alles ordentlich.
Außerdem arbeitet man nur in einer Ebene; das macht die
Arbeit leichter und schneller.“ Die Anlage wird bei Beginn
der Mistarbeiten eingeschaltet und läuft während des
Mistens durch. Dabei wird der Mist in diesem Fall in Container
befördert. Diese werden dann in die vom Stallgebäude
weit entfernt gelegene Dunglege gefahren und geleert. So hält
man das Fliegenproblem im Griff. Der nachträgliche Einbau
einer Kettenentmistungsanlage ist oft mit großem Aufwand
verbunden. Außerdem ist bei Betrieb einer solchen Anlage
darauf zu achten dass kein Langstroh als Einstreu verwendet wird,
ansonsten verstopft die Anlage.
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