Bewertet wurden
Haltung, Ernährung und Gesundheitsvorsorge.
Das erste Auswahlverfahren erfolgte anhand der eingesendeten
Bewerbungen. Diejenigen Betriebe, die sich für die zweite
Runde qualifizieren konnten erhielten Besuch von einer Auswahlkommission
bestehend aus den Tierärzten Dr. Lutz AhIswede (Experte
für Infektionsschutz, Tierschutz, Haltung, Ernährung,
Gynäkologie und Besamung) und Dr. Gotthard llchmann (Fachmann
in den Bereichen Parasitologie und lnfektionsschutz) sowie einem
qualifizierten Betriebsleiter.
Die Mitarbeiterin der Fachberatung für Pferdebetriebe Schade & Partner.
Kerstin Wöhlk, hat die Expertenjury auf ihrer Deutschland-Tour begleitet: ST.GEORG: Wie
war die Resonanz auf den Wettbewerb? Und wie viele Superställe
waren darunter?
Kerstin Wöhlk: Die Resonanz war erfreulicherweise mehr als
positiv. Insgesamt haben sich 142 Reitpferdepensions- und Ausbildungsbetriebe
sowie hannoversche Zuchtbetriebe aus dem gesamten Bundesgebiet
dem Wettbewerb gestellt. Die Beurteilung der Betriebe erfolgte
in mehreren Auswahlstufen durch die Expertenjury Dr. Lutz Ahlswede
und Dr. Gotthard Ilchmann. Anhand der schriftlichen Bewerbungsunterlagen
erfolgte die erste Bewertungsrunde. 25 Prozent der Betriebe konnten
sich nach eingehender Prüfung für die letzte Auswahlrunde,
den Besuch der Jury, qualifizieren.
Diese Betriebe wurden zwischen Ende September und Mitte Oktober
einer intensiven Beurteilung vor Ort unterzogen.
ST.GEORG: Wie haben sich die Bewerber dargestellt
Kerstin Wöhlk: Die Voraussetzung zur
Teilnahme war die Rücksendung
des umfangreichen Fragebogens. Darüber hinaus wurden aber
von den Teilnehmern zum Teil wahre Facharbeiten abgeliefert.
Die offiziellen Anmelde-Unterlegen wurden oft durch ausführliche
und sehr offene Beschreibungen und Fotodokumentationen ergänzt.
Die Betriebe haben keine Mühen gescheut, anhand aufwändiger
Präsentationen einen optimalen Einblick in ihren Betrieb
zu gehen und haben der Jury damit die Beurteilung enorm erleichtert.
ST.GEORG: Wie sah der Ortstermin aus?
Kerstin Wöhlk: Bei den Betriebsbesuchen der Jury wurden
die theoretischen Ausführungen der Betriebe durch knapp
zweistündige Betriebsbesichtigungen im Detail überprüft.
Durch Stall- und Weidebegehungen mit Beurteilung der Klima und
Hygieneverhältnisse, der Bodenverhältnisse, der Bewegungsflächen
und Weiden bis hin zur Inspektion der Futterqualität und
Futterlagerorte verschaffte sich die Jury ein genaues Bild des
Betriebes.
Im Anschluss fanden intensive Gespräche mit der jeweiligen
Betriebsleitung statt, in denen insbesondere die praktizierte
Parasitenprophylaxe und das Impfmanagement durchgesprochen wurde.
Der intensive Austausch mit den Mitgliedern der Jury, die unter
anderem Experten für Parasitologie und Infektionsschutz
sind, brachte den Betriebsleitern großen Nutzen. Sie nahmen
die wertvollen Tips dankbar an.
ST.GEORG
: Sticht unter den Bewertungskriterien eines heraus,
bei dem Sie deutschlandweit noch deutliche Defizite erkennen?
Und gibt es eines, das alle Betriebe bereits vorbildlich realisiert
haben?
Kerstin Wöhlk: Sehr positiv zu bewerten ist die Tatsache,
dass sich viele der überprüften Betriebe intensiv mit
den Anforderungen für eine gesunde Pferdehaltung auseinander
gesetzt haben und diesen Bereich für ihren Betrieb bereits
möglichst optimal gestalten.
Auffallend - sowohl bei den Zuchtbetrieben als auch bei den Reitpferdepensionsbetrieben
- war allerdings, dass speziell zum Thema lnfektionsschutz Klärungsbedarf‘ besteht.
ST.
GEORG : Wagen Sie einen Ausblick - ist in Deutschland gut
Pferd sein?
Kerstin Wöhlk: Mit Sicherheit noch nicht überall -
aber, wie die Siegerbetriebe des Wettbewerbes beweisen werden,
mit zunehmend positiver Tendenz! Die Betriebe. die am 18. November
in Verden auf dem Siegertreppchen stehen werden, kommen bezüglich
Haltung, Fütterung und Infektionsschutz dem Optimum sehr
nahe. Sie bieten Haltungssysteme, die dem ganztägigen Bewegungsanspruch
der Pferde sowie dem ganztägigen Bedürfnis nach Raufutteraufnahme
entsprechen und die ein umfassendes Infektionsschutzsystem mit
den dazugehörigen flankierenden Maßnahmen im Betrieb
bieten.
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