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PRESSEBERICHTE
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Ausgabe November 2006
Alles super?
· Die Expertenjury

Alles super?
Dem Aufruf aus der April-Ausgabe des ST.GEORG sind etliche Pferdebetriebe gefolgt über 100 Pensionsbetriebe aus dem gesamten Bundesgebiet wurden als möglicher „Superstall“ geprüft. Ein harter Job für die Expertenjury, die alle Bewerber genauestens unter die Lupe genommen hat
In feierlichem Rahmen sollen nun Ende November die Preisträger geehrt werden

Ideen muss man haben - jedenfalls wenn man als einer von über 100 Bewerbern die Chance auf den Sieg bei der Aktion „Deutschland sucht den Superstall“ haben will, zu der der ST.GEORG im April aufgerufen hatte. Bis zum 31. Juni 2006 konnten sich alle Betriebe bewerben bei denen mehr als fünf Pferde eingestellt sind.

Bewertet wurden Haltung, Ernährung und Gesundheitsvorsorge. Das erste Auswahlverfahren erfolgte anhand der eingesendeten Bewerbungen. Diejenigen Betriebe, die sich für die zweite Runde qualifizieren konnten erhielten Besuch von einer Auswahlkommission bestehend aus den Tierärzten Dr. Lutz AhIswede (Experte für Infektionsschutz, Tierschutz, Haltung, Ernährung, Gynäkologie und Besamung) und Dr. Gotthard llchmann (Fachmann in den Bereichen Parasitologie und lnfektionsschutz) sowie einem qualifizierten Betriebsleiter.
Die Mitarbeiterin der Fachberatung für Pferdebetriebe Schade & Partner. Kerstin Wöhlk, hat die Expertenjury auf ihrer Deutschland-Tour begleitet:

ST.GEORG: Wie war die Resonanz auf den Wettbewerb? Und wie viele Superställe waren darunter?
Kerstin Wöhlk: Die Resonanz war erfreulicherweise mehr als positiv. Insgesamt haben sich 142 Reitpferdepensions- und Ausbildungsbetriebe sowie hannoversche Zuchtbetriebe aus dem gesamten Bundesgebiet dem Wettbewerb gestellt. Die Beurteilung der Betriebe erfolgte in mehreren Auswahlstufen durch die Expertenjury Dr. Lutz Ahlswede und Dr. Gotthard Ilchmann. Anhand der schriftlichen Bewerbungsunterlagen erfolgte die erste Bewertungsrunde. 25 Prozent der Betriebe konnten sich nach eingehender Prüfung für die letzte Auswahlrunde, den Besuch der Jury, qualifizieren.
Diese Betriebe wurden zwischen Ende September und Mitte Oktober einer intensiven Beurteilung vor Ort unterzogen.

ST.GEORG: Wie haben sich die Bewerber dargestellt
Kerstin Wöhlk: Die Voraussetzung zur Teilnahme war die Rücksendung des umfangreichen Fragebogens. Darüber hinaus wurden aber von den Teilnehmern zum Teil wahre Facharbeiten abgeliefert. Die offiziellen Anmelde-Unterlegen wurden oft durch ausführliche und sehr offene Beschreibungen und Fotodokumentationen ergänzt. Die Betriebe haben keine Mühen gescheut, anhand aufwändiger Präsentationen einen optimalen Einblick in ihren Betrieb zu gehen und haben der Jury damit die Beurteilung enorm erleichtert.

ST.GEORG: Wie sah der Ortstermin aus?
Kerstin Wöhlk: Bei den Betriebsbesuchen der Jury wurden die theoretischen Ausführungen der Betriebe durch knapp zweistündige Betriebsbesichtigungen im Detail überprüft. Durch Stall- und Weidebegehungen mit Beurteilung der Klima und Hygieneverhältnisse, der Bodenverhältnisse, der Bewegungsflächen und Weiden bis hin zur Inspektion der Futterqualität und Futterlagerorte verschaffte sich die Jury ein genaues Bild des Betriebes.
Im Anschluss fanden intensive Gespräche mit der jeweiligen Betriebsleitung statt, in denen insbesondere die praktizierte Parasitenprophylaxe und das Impfmanagement durchgesprochen wurde.
Der intensive Austausch mit den Mitgliedern der Jury, die unter anderem Experten für Parasitologie und Infektionsschutz sind, brachte den Betriebsleitern großen Nutzen. Sie nahmen die wertvollen Tips dankbar an.

ST.GEORG : Sticht unter den Bewertungskriterien eines heraus, bei dem Sie deutschlandweit noch deutliche Defizite erkennen? Und gibt es eines, das alle Betriebe bereits vorbildlich realisiert haben?
Kerstin Wöhlk: Sehr positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass sich viele der überprüften Betriebe intensiv mit den Anforderungen für eine gesunde Pferdehaltung auseinander gesetzt haben und diesen Bereich für ihren Betrieb bereits möglichst optimal gestalten.
Auffallend - sowohl bei den Zuchtbetrieben als auch bei den Reitpferdepensionsbetrieben - war allerdings, dass speziell zum Thema lnfektionsschutz Klärungsbedarf‘ besteht.

ST. GEORG : Wagen Sie einen Ausblick - ist in Deutschland gut Pferd sein?
Kerstin Wöhlk: Mit Sicherheit noch nicht überall - aber, wie die Siegerbetriebe des Wettbewerbes beweisen werden, mit zunehmend positiver Tendenz! Die Betriebe. die am 18. November in Verden auf dem Siegertreppchen stehen werden, kommen bezüglich Haltung, Fütterung und Infektionsschutz dem Optimum sehr nahe. Sie bieten Haltungssysteme, die dem ganztägigen Bewegungsanspruch der Pferde sowie dem ganztägigen Bedürfnis nach Raufutteraufnahme entsprechen und die ein umfassendes Infektionsschutzsystem mit den dazugehörigen flankierenden Maßnahmen im Betrieb bieten.

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