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PRESSEBERICHTE
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10. November 2005
Unterirdisch entmisten
Eine Schieberentmistung erleichtert auf dem Hofgut Sachtenhorst in Mülheim an der Ruhr das Sauberhalten der 40 Pferdeboxen







Das System der Schieberentmistung ist eigentlich nichts Neues. Ein ähnliches Grundprinzip findet sich noch in manchem Rinder- und älterem Schweinestall wieder. In Pferdebetrieben ist diese Technik allerdings selten anzutreffen. Eine Ausnahme bildet das Hofgut Sachtenhorst im rheinischen Mühlheim an der Ruhr. Vor gut vier Jahren wurde hier der Grundstein für einen modernen Pferdebetrieb gelegt. „Damals standen wir vor der Entscheidung, wie es mit dem elterlichen Hof meines Mannes weiter gehen sollte“, erzählt Dr. Ursula Mock. Mit knapp 20 ha war der Hof für eine „normale“ Bewirtschaftung im Vollerwerb zu klein. Das Ehepaar entschied sich für den „großen Schritt“ und investierte in die Pferdehaltung. Finanziellen
Rückhalt lieferte dabei die Tierarztpraxis, die Dr. Ursula Mock und ihr Mann Dr. Reiner Hausmann gemeinsam in Wuppertal betreiben.


Gemistet wird täglich
„ Uns war klar, dass wir rein flächenmäßig niemals 100 Pferde halten können“, berichtet Dr. Ursula Mock weiter. Also fiel die Entscheidung, „nur“ für 40 Pferde zu bauen, aber alles „etwas feiner“ und großzügiger anzulegen —dafür beträgt der Pensionspreis auch 550 €/Monat. Bei diesem Betrag ist zu berücksichtigen, dass es bis zum Autobahnkreuz Breitscheid, also der Schnittstelle von A 3 und A 52, nicht weit ist und wir folglich zum Einzugsgebiet Düsseldorf, wie auch Duisburg, Mülheim oder Essen gehören. Dass es sich bei diesem Preis um keine „normale“ Anlage handelt, erfahren Besucher zudem bereits bei der Zufahrt zum Hof. Denn diese ist durch ein Tor versperrt, Gäste müssen erst klingeln, um Einlass zu erhalten. Die Einsteller verfügen über einen Nummern-Code, der ihnen den Zugang zur Anlage ermöglicht. „Unser Betrieb befindet sich im Naherholungsgebiet der Stadt Mülheim. Ohne Tor und Umgrenzung könnten wir uns vor Spaziergängern und Neugierigen kaum retten“, erklärt Mock. „So haben die Einsteller auf der Anlage Ruhe und wir haben unter Kontrolle, was die Pferde zu fressen bekommen.“
Jedes Pferd verfügt über eine 4 x 4 m große Box mit Einzelpaddock (4x8m). Gefüttert wird dreimal täglich. Mit dem Sauberhalten von Paddock und Box haben die Einsteller nichts zu tun. Jeweils am Morgen werden die Paddocks gekehrt und die Boxen täglich gemistet. Dafür sind weder Schubkarre noch Frontlader erforderlich:
Links und rechts der Stallgasse verläuft im Frontbereich der Boxen ein jeweils ca. 50 cm breiter, unterirdischer Kanal mit Schieberentmistung. Um nicht täglich zum Misten die Luken zum Kanal öffnen zu müssen, wurde der Abwurfschacht in einem abgetrennten Bereich innerhalb der Box versteckt. Das heißt, es muss von der Box aus eine kleine Tür aufgemacht werden, und schon können Pferdeäpfel und feuchtes Stroh in den Kanal befördert werden. Um keinen Platz zu verschenken, befindet sich oberhalb des Abwurfschachtes ein abschließbarer Sattelschrank für jedes Pferd, der von der Stallgasse aus zugänglich ist. So befinden sich Sattel, Trense, Putzkasten und sonstige Utensilien in unmittelbarer Nähe zur Box. Für die Einsteller bedeutet das kurze Wege. Gleichzeitig bleibt die 4 m breite Stallgasse frei von Pferdezubehör.


Gut zugänglich
Über die Entmistungsanlage wird der Pferdemist in Behälter außerhalb des Stalles transportiert. Etwa alle 14 Tage wird er abgeholt und zu niederländischen Pilzfarmen gebracht. „Dafür bezahlen wir einen monatlichen Pauschalpreis von 190 €“, erzählt die Pferdehalterin. Ihren Angaben zufolge funktioniert das Entmistungssystem weitgehend störungsfrei. „Nur bei zu viel Heueinmischung muss man aufpassen.“ Das Stroh bereitet hingegen keine Probleme. Bereits beim Pressen auf dem Feld werden die Halme durch ein Schneidwerk innerhalb der Strohpresse auf rund 12 cm Länge geschnitten, von langfaseriger Einstreu kann keine Rede sein. Sollte es wirklich mal zu einer Störung des Entmistungssystems kommen, beispielsweise weil eine Kette gerissen ist, lässt sich das Problem relativ schnell lösen. Denn die Kanäle sind auf der gesamten Länge mit Betonplatten abgedeckt, was die Anlage überall gut und schnell zugänglich macht.
Das Entmistungssystem ist ein arbeitswirtschaftlich interessantes Detail der Reitanlage. Die Jury in dem bundesweiten Wettbewerb „Unser Stall soll besser werden“ überzeugte die komplette Anlage, so dass das Hofgut Sachtenhorst mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde. Die ersten beiden Preisträger hatten wir bereits in Folge 42 vorgestellt. bp

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