Tief im Westen


Wanderreiten in Duisburg und Mülheim


G. Eichenberger

Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser als man glaubt“, besingt Herbert Grönemeyer die Schönheit des Ruhrgebiets. Das gilt auch in Sachen Wanderreiten: Einst vom Ruß rauchender Schlote geschwärzt, bieten uns zum Beispiel Duisburg und Mülheim heute grüne Oasen zwischen Rhein und Ruhr. Ob sportlich oder gemütlich wandernd im Rhythmus der Pferde: Hier findet man über Kurz- und Langstrecken alles, was das städtische Reiterherz erfreut. FR-Autorin Gabriele Eichenberg erstellt einige Routen vor.

 

Tourenvorschlag 1:

Duisburger Stadtwald und Broich-Speldorfer Wald

Auf dem großzügig angelegten Parkplatz an der Masurenallee, neben dem Rangierbahnhof Duisburg-Wedau, stellen wir unser Gespann ab. Angeseilt an stabilen Holzanbindern können wir unsere Pferde in aller Ruhe aufsatteln.

Über zwei Brücken, direkt vom Parkplatz ausgehend, queren wir die Gleisanlagen sowie die Autobahn A 3. Wir befinden uns nun in Mülheim auf der Großenbaumer Straße. Kurz hinter der Autobahn führt der erste Reitweg links in den Broich-Speldorfer Wald hinein. Über leichte Sandwege geht es munter im Trab, kreuz und quer den Reitwegeschildern folgend, gen Norden.

Die leichten Anstiege von Holzen- und Ellenberg bringen unsere Pferde zum Schnauben. Zum Teil bietet eine Jagdstrecke neben dem Reitpfad Gelegenheit zu rasanten Sprüngen. Überwiegend sind hier Laubwaldbestände aus Buchen und Eichen zu finden, daneben auch kleinere Fichtenbestände. Die überwiegend naturbelassenen Reitpfade sind von ihrer Qualität sehr stark vom Wetter abhängig, jedoch meist gut breitbar. Vom Rottweg aus erreichen wir, nach Überquerung der Straße „Worringer Reitweg“, den Duisburger Stadtwald.

Fast geradlinig führt der Reitweg parallel zur‘ Autobahn in nördlicher Richtung Wir queren die Uhlenhorststraße und reiten entlang des Eisenbahndammes, durch die Unterführung der Eisenbahnlinie und weiter, an Forellenteichen vorbei, durch, das Nachtigallental. Die Reitwege bestehen auch hier überwiegend aus naturbelassenen Böden. In dem großen, zusammenhängenden Waldgebiet lebten vor rund 180 Jahren noch Wildpferde, woran ein Pferdedenkmal in Saarn erinnert. Wie der gleichnamige Weg uns vorhersagt, reiten wir mal über einen Berg, mal durchs Tal, vorbei am Forsthaus Aktienberg, bis wir im Norden des Stadtwaldes den großen Parkplatz an der Mülheimer Straße erreichen.

Auch dieser kann zum Abstellen der Gespanne genutzt werden. Bei gutem Wetter ist der Parkplatz jedoch überfüllt mit PKWs der Zoobesucher. Für den Rückweg gen Süden bereiten wir die östliche Route des Stadtwaldes. Dieser Weg verläuft parallel zum Grenzweg (Stadtgrenze Mülheim/Duisburg). Reitpfad und Wanderweg sind hier fast durchgehend von einer geschnittenen Hecke getrennt. Auf diesem Teilstück ist der Sandboden des Reitweges besonders tief und so dringen wir nach Besichtigung der „Katholischen Akademie Wolfsburg“ sowie dem bezaubernden Waldschlösschen „Haus Hartenfels“ wieder tiefer in den Wald hinein.

Inmitten des Waldes weist uns ein großes Schild auf eine helle Lichtung hin. Von Christi Himmelfahrt bis September werden hier jeden ersten Sonntag im Monat um 10 Uhr Waldgottesdienste gefeiert. Einfache Holzbänke umringen einen Holzaltar, Vögel durchdringen diesen spirituellen Ort mit quirligem Gezwitscher. Wir nehmen uns fest vor, für unseren nächsten Ritt einen der vorgenannten Sonntage zu wählen, um an einem solchen Gottesdienst teilnehmen zu können.

Über den gut 77 Meter hohen Homberg passieren wir die Stadtgrenze zu Mülheim an der Ruhr und reiten wieder kreuz und quer durch den Broich-Speldorfer Wald, bis wir im Süden die Großenbaumer Straße erreichen. Diese überqueren wir und reiten auf der gegenüber liegenden Seite in den schmalen Reitpfad „Im Sachtenhorst“ ein, der von weitläufigen Koppeln gesäumt wird. Große, dunkle Fohlenaugen verfolgen uns, bis wir auf den Nachbarsweg gelangen, in den wir nach rechts einbiegen. Dieser asphaltierten Waldstraße folgen wir etwa 1,5 Kilometer und biegen dann „Am Entenfang“ nach rechts ein. Am Ende des Pfades erreichen wir den gleichnamigen See, an dessen Ufer wir eine Rast einlegen. Während die Pferde im Schatten ausladender Eichenbäume ausruhen, laben wir uns an erfrischenden Getränken und leckerem Kuchen.

Nach einer guten Stunde tränken wir die Pferde im Entenfang und laufen dann entlang der östlichen Uferseite zur Großenbaumer Straße, wo wir wieder über die Auto- sowie Eisenbahnbrücke nach gut 27 Kilometern zu unserem Ausgangsparkplatz zurückkehren.

 

Tourenvorschlag 2:

Durch die Duisburger Sechs-Seen-Platte

Wieder wählen wir den großen Parkplatz an der Masurenallee, neben dem Rangierbahnhof Duisburg-Wedau, zum Abstellen unserer Gespanne. Heute folgen wir der Masurenallee in Richtung Süden, biegen in die Saarner Straße nach rechts ein, um dann gleich wieder rechts „Zum verschwiegenen Zoll“ das Ostufer des Haubachsees zu bereiten.
Der heutige Reitrundweg ist lediglich knapp 15 Kilometer lang und so steigen wir von unseren Pferden ab, legen uns ins frische Gras und genießen den schönen Blick auf den im Sonnenlicht glitzernden See.

Weiter geht‘s. Bei Erreichen des Wolfsees biegen wir nach links „Im Wolfsgrund“ ein und reiten zwischen Wildförstersee und Haubachsee bis zum Dickerhorster Grund. Hier folgen wir dem Reitweg gen Süden in die Grindsmark hinein.
Breite Sandwege laden zu flotteren Gangarten ein. Kreuz und quer reiten wir, den Reitwegeschildern folgend, durch Kiefernbestände und junge Laubwälder, bis uns der „Lintorfer Waldweg“ wieder zu unserem Ausgangsparkplatz zurückführt.

 

Tourenvorschlag 3:

Mülheim: Durchs Ruhrtal in die Mintard

Heute stellen wir unser Gespann auf dem Parkplatz an der Großenbaumer Straße, nahe der Autobahn A 3, ab. Quer durch die Wiesenflächen, die vom Wambach durchflossen werden, bereiten wir wieder den schmalen Pfad „Im Sachtenhorst“, biegen am Ende abermals rechts in den Nachbarsweg ein und folgen diesem bis zum „Steinder Forst“. Hier lädt ein breiter, geradliniger Sandweg zum Traben ein. Kurz vor der Autobahn knickt der Weg nach links durch einen dichten Mischwald ab, bis sich nach einiger Zeit das Gelände öffnet und wir einen freien Blick über das Grün des Golfclubs Mülheim erhalten.

Bei Erreichen der Kreuzung Wedauer Straße/“Weidmannsheil“ verlassen wir den Buchenwald und reiten über die „Seibecker Terrassenlandschaft“ von der Mühlenbergheide in Richtung Auberg im Osten. Auf diesem Teilstück können wir zwar keinen leicht-federnden Reitboden nutzen, dennoch ist dieses Verbindungsstück aufgrund seiner optischen Reize sehr ansprechend. Im Bereich „Eschenbruch‘ beginnt wieder ein Reitweg entlang einer Allee durch offene Wiesenbereiche. Bald gelangen wir zu einem alten, fast urwaldartigen Buchen- und Eichenwald. Nach der Unterquerung der Mintarder Brücke führt uns der Reitweg hinunter zur Dorfstraße. Hier bieten vereinzelte Hoflagen Gelegenheit zur Rast. Nach ausgiebiger Stärkung mit frischem Kaffee und Kuchen, reiten wir durch die flache Ruhraue.

Der Reitweg ist hier besonders schön, da er an der Terrassenkante verläuft und weit-läufige Ausblicke in den Auenbereich bietet. Im großen Bogen traben wir durch die Ruhraue, bevor wir über die gleiche Verbindungsstrecke, „Mühlenbergheide“ und „Weidmannsheil“, wieder an den Rand des Steinder Forstes zurückkehren, welchen wir nun nördlich umrunden. Über den „Nachbarsweg“ und „Im Sachtenhorst“ erreichen wir schließlich unseren Ausgangsparkplatz an der Großenbaumer Straße.

 

Tourenvorschlag 4:

Mülheim: Zwischen Menden, Raadt und Ickten

Wir treffen uns auf dem Buchholz Hof, südlich des Regionalflughafens Essen! Mülheim. Von hier aus starten wir auf einen gemütlichen Rundritt. Zunächst folgen wir dem Roßkothenweg in nördliche Richtung, bis wir den Verkehrslandeplatz erreichen, dann biegen wir nach links ab. Über Feld- und Wiesenwege reiten wir an Grawenhoff vorbei, lassen Raadt zur Rechten liegen und biegen von der Harbeckstraße aus nach links in „Wöllenbeck“ ein. Über die Bergerstraße reiten wir einen Bogen um einen Reiterhof bei Menden, kehren auf Feldwegen zur „Wöllenbeck“ zurück, schlagen entlang des Rombachs einen Haken vorbei am Berchter Hof und bereiten die Ländereien des Leymannshofes auf der südlichen Seite entlang der Klingenburgstraße.

Die Autobahn A 52 unterqueren wir „Am Buchholz“ und reiten danach gen Westen. In einem großen Bogen reiten wir durch die Bauernschaft Ickten. Häufig kreuzen wir die Autobahn, bevor wir über den Saalsweg wieder zu unserem Ausgangsort zurückkehren. Im gemütlichen Reiterstübchen des Reiterhofes Buchholz lassen wir es uns bei allerlei Erfrischungen Wohl ergehen.




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