WETTBEWERB „ GESUNDE HALTUNG – GESUNDE PFERDE“
Deutschland, deine Superställe
Jan Tönjes

Die Resonanz war riesengroß: Mehr als 100 Pferdebetriebe hatten sich beworben, wollten Deutschlands Superstall werden. Jetzt steht der Sieger fest.
Das Hofgut Sachtenhorst in Mülheim / Ruhr konnte die Jury überzeugen.
Die Bewertungskommission zeigte sich begeistert, wie viele gute Ideen es in deutschen Ställen gibt.

 

 


Das Hofgut Sachtenhorst gewann den ST.GEORG - Wettbewerb
„Deutschland sucht den SuperstalI“

In Deutschland ist gut Pferd sein. Zumindest in den über 100 Betrieben, die sich um den Titel „Deutschlands Superstall“ beworben hauen. „Wahre Diplomarbeiten sind da angekommen“. Erinnert sich Kerstin Wöhlk von der Beratungsagentur Schade und Partner, die den Wettbewerb durchgeführt hat. Die Agraringenieurin ist zusammen mit den Tierärzten Dr. Lutz Ahlswede und Dr. Gotthard Hehmann gemeinsam durch
Deutschland gereist und hat die Betriebe. die in die engere Wahl gekommen waren. genau unter die Lupe genommen. Das nach Sichtung der Papierform beste Viertel der Anwärter wurde vor Ort begutachtet.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Superstall

Gesucht wurde nicht der Stall. der unter ästhetischen Gesichtspunkt— teil höchsten Ansprüchen genügte, sondern der, in dem dem Pferd das Hauptaugenmerk galt. Und davon gab es viele.
Allen voran das Hofgut Sachtenhorst in Mühlheim/Ruhr. „Ein Musterbetrieb“, war sich die Jury einig. Inmitten der hofeigenen Weiden, zwischen denen Reitwege die Möglichkeit bieten, sich auch außerhalb von Reithalle oder Dressurviereck zu tummeln, liegt die Anlage, die von zwei Tierärzten, Dr. Ursula Mock und Dr. Rainier Hausmann, betrieben wird.

Frische Luft, Bewegung und gutes Futter das ist es, was das Pferd braucht. Hier bekommt es reichlich davon. Beeindruckt hat die Jury, wie gepflegt alle Flächen waren. Selbst auf den Weiden wird täglich der Kot abgesammelt - den Würmern keine Chance. Das garantiert auch die Kotuntersuchung des gesamten Bestands nach der einheitlichen Entwurmung. Galoppieren können die Pferde 365 Tage im Jahr. Sollte die Witterung wirklich einmal in Hinblick auf die Grasnarbe einen Strich durch die Nutzung der Weideflächen machen, steht ein Sandplatz zur Verfügung, außerdem eine Freiführanlage. Draußen sind alle Pferde immer. In Paddocks, die an die Boxen angrenzen. Hier stehen die Pferde auf Betonsteinen. Paddocks sind mittlerweile in guten Ställen ein Standard. Wichtig ist aber nicht nur das Vorhandensein guter Möglichkeiten, sondern wie damit umgegangen wird. Ein Beispiel: Pferde die barhuf gehen, müssen langsam an festen Untergrund gewöhnt werden. Für das Management bedeutet das, dass der Neuankömmling zunächst nur stundenweise Paddock kann. Ganz einfach, es muss nur umgesetzt werden.

Stallklima - ein ewiges Thema. Auf dem Hofgut Sachtenhorst kann man dank einer ausgeklügelten Entmistungsanlage überall durchatmen. In jeder Box ist ein kleines Türchen, das zu einem Schacht führt. Das Prinzip ist denkbar einfach: Tür auf, Mist rein, Türchen wieder zu. Alles andere erledigt ein unterirdisches Förderband. Individuell wird auch gefüttert. Selbst die tägliche Heuration wird genau abgewogen. Hier weiß der Einsteller ganz genau, was und wie viel sein Pferd am Tag gefressen hat. Eine Licht durchflutete Reithalle und die anderen Annehmlichkeiten, die man von einem modernen Betrieb erwartet, komplettieren Deutschlands Superstall, in dem man 550 Euro im Monat für die Rundumwohlfühl-Pension seines Pferdes zahlt.


Die Reitanlage Lindenhöhe auf Platz zwei, östlich von Dresden gelegen, setzt auf Sozialkontakte. Jedes Pferd hat ein Paddock und im Stall sind die Wände so hoch, dass sich die Nachbarn beschnuppern können. Der Reiter findet alle Annehmlichkeiten, 25 mal 60 Meter große Reithalle, Außenviereck, Springplatz, Solarium, Freiführanlage, mehrere Longierzirkel. Alles da, auch Duschen und Umkleideräume. Auf den Weiden schützen überdachte Heuraufen vor zu viel Regen. Sie stehen am Waldrand — die gesamte Anlage ist von Wald umgeben — so dass die hohen Bäume schon vor Wind und Regen schützen. Gute Ideen erkennt man an Details: An jeder zweiten Box in der Stallgasse sind Lampen abgebracht. Sie sind einzeln zu schalten, das spart Energie und wenn jemand spät abends zum Reiten kommt, dann ist nicht gleich der komplette Stall hell erleuchtet. Der Preis für die Anlage, auf der man auch Urlaub machen kann: 230 Euro für eine Box mit Paddock. Wer sein Pferd auch auf der Weide haben möchte, zahlt einen Aufpreis von 15 Euro.

Im Süden Berlins liegt das drittplazierte Rosencarree in Schäpe. Besitzerin Silke Pelzer hat hier rund um einen reich bepflanzten Innenhof ein Paradies geschaffen, ein gut durchdachtes: Alle Pferde können rausgucken, ein vorgezogenes Überdach schützt vor Regen. Große Gemeinschaft Paddocks bieten Bewegungsmöglichkeiten. Hier wird auch zugefüttert. Zwischen den Paddocks ist ein breiter Streifen freigehalten. Platz für einen Rundballen, der ausgerollt wird. Das ist praktisch und die Pferde haben viel Platz, sich die Lieblingsecke für den Snack zwischendurch auszusuchen. Das verhindert den sonst üblichen Stress bei der Fütterung draußen. Die Reithalle ist mit Tonziegeln im Stil eines brandenburgischen Hofs gebaut. Das ist weniger eine Konzession an guten Geschmack als vielmehr die Wiederbelebung von Bauweisen. die sich über Jahrhunderte bewährt hat. Wenn es in der Spargelgegend heiß wird, dann kommen die Bremsen. Die Reithalle ist da die einzige Möglichkeit zum Trainieren, dank der Ziegel herrscht immer angenehmes Klima. 350 Euro zahlt man für eine Box im Rosencarree.

Gleich zwei Sonderpreise, für Gesundheit und Ernährung, erhielt das in Baden-Württemberg ansässige Hofgut Walzenmühle bei Stuttgart, das vor einigen Jahren einen Aktivstall eingerichtet hat. Kraftfutterautomaten geben bis zu 20 kleine Portionen pro Tag ab. Die Pferde sind stets in Bewegung. Übrigens auch Sportpferde, die trotz aller Unkenrufe problemlos so gehalten werden können. Weil Platz zwischen den Berghängen knapp ist, haben sich die Betreiber etwas Besonderes zum Trainieren einfallen lassen:
Die Reithalle ist an der kurzen Seite offen und geht in einen Reitplatz über. So hat man im Sommer richtig Platz — und Schatten. Die Jury war hier von der Genauigkeit der Betreiber begeistert: Neuankömmlinge werden nicht nur nach dem Gesundheitsstatus – geimpft, entwurmt? - befragt. Sie wollen auch schwarz auf weiß sehen, wann welche Medikamente verabreicht wurden. Ein entscheidender Punkt.

Denn bei der Begutachtung aller Betriebe wurde deutlich, dass es in punkto Medizin noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Auch beim Futter besteht noch Nachholbedarf: Wird es wirklich trocken gelagert? Auf befestigtem Untergrund aber trotzdem gut belüftet - etwa auf einer Holzpalette?
Ü berprüfen Sie doch einmal selbst, wie das bei Ihnen im Stall gehandhabt wird. Und wenn Sie gerade dabei sind: Fragen Sie den Zuständigen doch mal, wann die letzte Futtermitteluntersuchung stattgefunden hat und was sie ergeben hat. Wenn er darauf eine Antwort parat hat, steht Ihr Pferd in einem guten Stall. Wenn er Ihnen sagt, auf welchen Böden das Heu angebaut und zu welchem Zeitpunkt es gemäht worden ist, dann ist es ein sehr guter Stall. Und in einem Superstall wird Ihnen gleich mitgeteilt werden können, welche Zusatzfuttermittel die bei der Futterberechnung zu Tage getretenen Mängel ausgleichen.
Jan Tönjes

Superställe — die Gewinner
Pensions- und Ausbildungsbetriebe
1. Hofgut Sachtenhorst, Mühlheim / Ruhr
2. Reitanlage Lindenhöhe, Göda
3. Rosencarree, Schäpe

Sonderpreise Ernährung
Hofgut Walzenmühle, Walzenmühle

 

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Nachbarsweg 294
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